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Digitalisierung: Diese vier Herausforderungen müssen Mittelständler meistern

4 Hemnisse für die Digitalisierung

Der Megatrend zur Digitalisierung ist vielen bewusst. Dennoch fühlen sich viele Mittelständler gehemmt.

Die Chancen der Digitalisierung liegen auf der Hand: mehr Effizienz in allen Prozessen, neuartige Produkte und Services sowie die Erschließung neuer Geschäftsmodelle und Märkte. Um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu erhalten, führt kein Weg an der digitalen Transformation vorbei. Beispiel Industrie: Dort rechnen 73 Prozent mit einer steigenden Bedeutung neuer Technologien. Bei Dienstleistern und im Handel wird der Bedeutungszuwachs noch stärker betont (Ernst & Young: Digitalisierung im deutschen Mittelstand).

Offenbar erzeugt die sichtbare Digitalisierung der Unternehmens- und Konsumentenwelten einen beachtlichen Handlungsdruck in den deutschen Führungsetagen. Derzeit beobachten 48 Prozent der Mittelständler, dass Wettbewerber aus der Internet-Branche in ihren Markt drängen. 19 Prozent fürchten, dass die eigene Existenz gefährdet ist. Die Digitalisierung hat also zwei Gesichter: Chancen auf Innovationen und neue Märkte bei gleichzeitig nicht gekanntem Wettbewerbsdruck. Trotzdem bleiben die großen Transformationsgeschichten aus. Stattdessen melden 34 Prozent der Unternehmen Probleme bei der Bewältigung (Bitkom Research). Sie merken, dass sie sich auf einen anspruchsvollen Weg mit Hindernissen befinden.

Politik der kleinen Schritte

Dazu passt, dass die Unternehmen zwar regelmäßig in ihre IT investieren, aber eine Taktik der kleinen Schritte verfolgen. Nur 22 Prozent haben bereits eine bereichsübergreifende Digitalisierungsstrategie. Auch die Ausgaben sind bislang überschaubar: Die Hälfte der Mittelständler wendet für IT-Projekte jährlich weniger als 10.000 Euro auf (ohne laufende IT-Ausgaben). Projektausgaben ab 100.000 Euro findet man nur bei 5 Prozent der Unternehmen. Insgesamt fließen in Deutschland rund 10 Milliarden Euro jährlich in Digitalisierungsprojekte (KfW Research).
Immerhin 78 Prozent der Unternehmen haben in den letzten drei Jahren technologische Projekte umgesetzt: Hardware, Software, IT-Sicherheit, Website, Verknüpfung von Prozessen. 64 Prozent haben in ihre Kompetenzerweiterung investiert, etwa IT-Weiterbildung, Beratung, Reorganisation der Workflows, Konzepte für Internetmarketing und -vertrieb. Was spricht derzeit gegen einen massiveren Ausbau von Infrastruktur, Anwendungen und Know-how?

Vier große Hemmnisse

Fragt man Unternehmen aus dem Mittelstand nach den aktuellen Herausforderungen, die den Einsatz digitaler Technologien erschweren, stehen laut KfW Research vier Themen an vorderster Stelle:

  1. Mit 67 Prozent nennen die meisten Unternehmen die mangelnden IT-Kompetenzen der eigenen Beschäftigten als Hindernis. Erschwerend hinzu kommt das Fehlen von IT-Fachkräften, die schnell eingestellt werden könnten – das sagen 55 Prozent.
  2. Datenschutz bzw. Datensicherheit spielt für 62 Prozent die Bremser-Rolle. Die Mittelständler fürchten rechtliche Risiken bei Fragen des Eigentums der Daten. Das hemmt die Entwicklung von datenbasierten Services für den Kunden. Welche Haftung besteht, wenn ein Softwarefehler Schäden beim Kunden verursacht, ist aus Sicht vieler Unternehmen durch gesetzliche Regelungen nicht ausreichend geklärt. Zudem haben Kunden eine große Zurückhaltung, Daten mit Herstellern zu teilen.
  3. Für 59 Prozent sind hohe Investitions- und Betriebskosten ein Hindernis. Ein großer Teil der Unternehmen bewertet dabei die konkreten Kosten als Problem, nicht deren Finanzierung (nur 31 Prozent). Gegen eine intensivere Digitalisierung spricht aus Sicht der Unternehmen, dass der Nutzen nicht hoch genug sei. Gerade bei Betrieben, die selbst nicht zu den Vorreitern zählen, beobachten Experten eine Skepsis gegenüber hohen IT-Ausgaben, die als Kostenfaktor ohne Wertschöpfungspotenzial gesehen werden. Dazu passt, dass 54 Prozent der Unternehmen fehlende Informationen über Anwendungsmöglichkeiten und Nutzen der neuen Technologien bemängeln. Dabei gibt es zahlreiche Best-Practice-Beispiele, die zeigen, dass intelligenter IT-Einsatz konkrete Einsparpotenziale ermöglicht – etwa durch die Verringerung von Ausschuss, eine effizientere Lagerhaltung oder einen geringeren Energieverbrauch.
  4. Als weitere Erschwernis nennen 58 Prozent die Internetgeschwindigkeit. Auch, wer bereits über eine Geschwindigkeit von mehr als 50 Mbit/s verfügt, hätte gerne mehr Tempo und fände eine Beschleunigung vorteilhaft.

Die Digitalisierung stellt für den deutschen Mittelstand große Chancen bereit: Fast alle Entscheider erkennen, wie wichtig ihre digitale Weiterentwicklung für den künftigen Unternehmenserfolg ist – teilweise auch für das Überleben. Wie Sie mit den typischen Herausforderungen umgehen können und welche Schritte Ihr Digitalisierungsprojekt erfolgreich machen, lesen Sie demnächst.

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